Hermann Hirsch

 
Werkverzeichnis Hermann Hirsch

Hermann Hirsch (1861 - 1934) : Werkverzeichnis / Städtisches Museum Göttingen. Bearbeitung: Rainer Driever. - Göttingen, 2010. - 179 S.

12,00 EUR (erhältlich im Museum)

Fotos von der Buchpräsentation

Hörbeitrag Stadtradio Göttingen

Preface  

      Ein jüdischer Maler in Göttingen (1861-1934)

Hermann Hirsch wurde am 4. Juni 1861 in Rheydt, heute ein Stadtteil von Mönchengladbach, als siebtes Kind einer jüdischen Familie geboren. Am 1. März 1934 nahm er sich in Göttingen das Leben. In der Zeit zwischen seiner Ausbildung an der Königlichen Akademie der Künste zu Berlin ab 1881 und seinem letzten bekannten Bild 1933 lässt sich seine Entwicklung als Künstler beobachten. Er nahm regen Anteil an den künstlerischen Entwicklungen seiner ereignisreichen Lebenszeit. Jedoch lässt sich sein Werk nicht in die üblichen Entwicklungslinien einordnen. Als Porträt- und Landschaftsmaler war ihm ein Nebeneinander der Stile eigen: von konventionell-naturalistisch bis leicht impressionistisch bei Porträts oder Auftragsarbeiten und freier bis hin zu expressionistischen Zügen bei seinen nicht kommerziellen Bildern.

Sein Tod nach einem Jahr nationalsozialistischer Herrschaft und die glückliche Emigration fast aller seiner jüdischen Verwandten ließen den Maler in Göttingen und Deutschland fast völlig in Vergessenheit geraten. Als einzige öffentliche Sammlung in Deutschland besitzt das Städtischen Museum Göttingen Werke von Hermann Hirsch. Eine Lithographie existiert in der Sammlung Museum Schloss Moyland. Die überwiegende Mehrzahl seiner Arbeiten ist im Besitz von emigrierten Mitgliedern der Familie Hirsch in England, Wales, Südafrika und den USA. Die Bilder aus dem Nachlass der 2005 verstorbenen Susanne B. Hirt (Hirsch), Hermann Hirschs Nichte, sind inzwischen Teil der Sammlung des Virginia Holocaust Museums in Richmond (USA), ihrem letzten Wohnort. Weitere Werke befinden sich im Privatbesitz in Deutschland mit einem Schwerpunkt um Göttingen und Bremke, Hirschs Wohnort von 1918 bis 1933.

Das Werkverzeichnis bildet den Abschluss des mehrjährigen Forschungsprojekts des Städtischen Museums Göttingen zum Leben und Wirken des jüdischen Malers Hermann Hirsch. Die darin mit zahlreichen Abbildungen dokumentierten bekannten Werke Hirschs geben einen umfassenden Eindruck vom Schaffen dieses zu Unrecht vergessenen Künstlers. Das Werkverzeichnis ergänzt den Begleitband zur Sonderausstellung Hermann Hirsch, die 2009/2010 im Städtischen Museum Göttingen gezeigt wurde.

Gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur