Sonderausstellung

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Sonderausstellung 1918

      19. Januar - 7. Juli 2019

Der rote Sonnabend
Facetten und Folgen der Novemberrevolution 1918 in Göttingen

Im November 1918 bricht eine Welt zusammen. Die Niederlage im Ersten Weltkrieg ist für viele Deutsche ein traumatisches Erlebnis. Kaiser, Könige und Fürsten stürzen von ihren Thronen. Die überkommene politische und gesellschaftliche Ordnung geht unter. Unruhen und blutige Kämpfe erschüttern das alltägliche Leben.

In Göttingen bleibt es vergleichsweise ruhig. Oberbürgermeister Georg Calsow amtiert unangefochten als respektiertes Stadtoberhaupt, Sicherheit und öffentliche Ordnung sind nicht ernsthaft gefährdet. Aber auch in Göttingen regen sich schnell reaktionäre Kräfte. Sie kämpfen verbissen für die Rückkehr der alten Ordnung. Bald setzen sich die Nationalsozialisten in Göttingen fest.

Im November 1918 entsteht aber auch viel Neues. Die Gewerkschaften erkämpfen den Achtstundentag und andere soziale Errungenschaften. Frauen erhalten endlich das Wahlrecht und beginnen, am politischen Leben teilzunehmen. In Mode, Musik und Freizeit werden alte Traditionen abgeschüttelt. Die bunte Kultur der 1920er-Jahre blüht bescheiden auch in Göttingen.

Die Ausstellung zeigt diese beiden Seiten der damaligen Ereignisse. Viele Objekte und Dokumente, Fotos und Tonaufnahmen werden erstmals präsentiert. Sie dokumentieren Kriegsende, Krise und Neubeginn. Zeitlich spannt die Ausstellung den Bogen von 1918 bis zum Kapp-Lüttwitz-Putsch am 13. März 1920.

Und es kommen Zeitzeugen zu Wort. Ulrich Popplow, Lehrer am Göttinger Felix-Klein-Gymnasium, hat ihre Erinnerungen 1975 festgehalten. In diesen neu entdeckten und erstmals ausgewerteten Quellen werden die Ereignisse aus der Sicht einzelner Menschen lebendig.