Sonntag 19. November 2017, 15.00 Uhr

"Von Jahren zu Jahren ruhmlich und zu wissen"

Franciscus Lubecus: Handschriftliche Chronik mit der Beschreibung der Ereignisse von 1529 (Foto: Christina Hinzmann)

    

Franciscus Lubecus (1533-1595) als Chronist unserer Stadt

Vortrag von Prof. Dr. Peter Aufgebauer

Göttingen, 24. August 1529: Vertreter der alten Kirche und Anhänger Luthers trafen auf der Groner Straße aufeinander und bekämpften sich mit Gesang und Gegengesang. Diese dramatische Szene und wichtige weitere Ereignisse der bewegten Reformationsgeschichte Göttingens präsentiert das Museum in der Ausstellung 1529 - Aufruhr und Umbruch.

Woher stammt aber eigentlich unser detailliertes Wissen über diese Ereignisse? Überliefert hat sie der Chronist Franciscus Lubecus. Geboren als Franz Lübeck 1533 in Göttingen, studierte Franciscus Lubecus Theologie in Wittenberg und arbeitete als Lehrer, Kaplan und Pfarrer, unter anderem mehr als zehn Jahre an St. Johannis zu Göttingen. Bei seinem Tod 1595 hinterließ er umfangreiche Manuskripte, darunter die "Göttinger Annalen", die wichtigste Quelle für unsere Kenntnis der Geschichte Göttingens und Südniedersachsens vom 12. bis an das Ende des 16. Jahrhunderts – also über rund ein halbes Jahrtausend. Lubecus, der den Anspruch verfolgte, das historische Material zur Geschichte Göttingens und seiner weiteren Umgebung möglichst vollständig zusammen zu tragen, war der erste Chronist unserer Stadt. Sein Werk ist ein Glücksfall für die Geschichtsforschung und die wichtigste Quelle für die Einführung der Reformation in Göttingen im Jahr 1529.

Eintritt 5,00 EUR